Interview mit Cannabisöl Aktivist Hans Grewe Teil 2/2

Teil 2 unseres spannenden Interviews mit Hans Grewe, hier geht es zu Teil 1.

CO: Was ist der Unterschied zwischen dem ursprünglichen Öl von Rick Simpson und z.B. dem jetzigen Öl, das ihr anbietet?

HG: Wir sind schon seit über drei Jahren speziell auf den medizinischen Einsatz des Öls ausgerichtet. Unsere Laborausstattung liegt im einstelligen Millionenbereich, alle Zulieferer – also die Plantagen, von denen wir den Rohstoff beziehen – arbeiten nach strengen Richtlinien, die von uns vorgegeben und kontrolliert werden. Das fängt damit an, dass nur organische, biologisch unbedenkliche Produkte zum Einsatz kommen – von der Erde bis zum Futter –, und auch das Wasser muss ständig kontrolliert werden, zum Beispiel auf einen geeigneten pH-Wert. Dasselbe gilt für die Erde. Auch die Verwendung von Pestiziden oder Insektiziden wie Vertimec zur Schädlingsbekämpfung ist strengstens untersagt. Zum Einsatz kommen nur biologische, für den Menschen unschädliche Pflanzenschutzmittel, wie sie auch ein gewissenhafter Biobauer nutzen würde. Darüber hinaus gibt es noch weitere Richtlinien, auf die ich allerdings nicht eingehen kann – Betriebsgeheimnis …

CO: An und für sich kann ja mittlerweile jeder theoretisch selbst das Öl herstellen. Warum sollte man das nicht tun, es gibt doch Anleitungen wie Sand am Meer?

HG: Im Grunde habe ich die Frage ja schon beantwortet. Wer ein zuverlässiges, hygienisch einwandfreies und kontrolliertes Medizinprodukt in den Händen halten will, der kommt an gewissen Standards nicht vorbei: guten Rohstoff, das heißt potente, biologisch gezogene Pflanzen, und eine saubere, fachmännische Vollextraktion unter Laborbedingungen. Cannabis im Reiskocher zu braten und dann im Socken auszupressen hat nichts mit Medizin zu tun. Manche Menschen haben vielleicht keine andere Möglichkeit, als irgendwie zu improvisieren, und das ist dann wahrscheinlich besser als gar nichts. Aber ich möchte unser Öl deutlich abgrenzen von Ölen aus der Küche oder dem Hobbyraum. Wir sind bestrebt, ein einwandfreies, absolut unbedenkliches, professionelles Medizinprodukt herzustellen und arbeiten ständig daran, dieses noch zu verbessern.

Überlegen Sie mal: Jede noch so kleine Dönerbude erfüllt gewisse Produktions- und Hygienestandards – und da geht es „nur“ um ein Mittagessen. Bei einer Krankheit wie Krebs möchte ich persönlich auf ein Produkt zurückgreifen können, das wesentlich mehr erfüllt als bloß ein solches Minimum. Selbstgemachte Öle aus der Küche unterliegen in vielen Fällen überhaupt keiner Kontrolle. Für den Hausgebrauch mag das in manchen Fällen reichen, wenn man das notwendigste Equipment, guten Rohstoff und genügend Erfahrung mit sich bringt – das muss jeder für sich selbst entscheiden. So etwas weiterzuverkaufen finde ich allerdings fragwürdig … um nicht zu sagen fahrlässig.

CO: In vielen Staaten der USA und anderen Ländern ist die Prohibition von Cannabis mittlerweile aufgehoben und die medizinischen Forschungen zu Cannabis explodieren seitdem förmlich. Deine Meinung zum rechtlichen Status Quo in DE und der EU?

HG: Ehrlich gesagt habe ich wenig Hoffnung, dass ich die vollständige Freigabe von Cannabis noch erleben werde. Aber es besteht eine gewisse Chance, dass zumindest im medizinischen Sektor ein paar Türen aufgehen. Ob das Öl aber auch irgendwann zugelassen wird, ist fraglich. Selbst in Holland, das ja als Cannabisparadies gilt, ist das Öl wegen seinem hohen THC-Gehalt als harte Droge eingestuft und damit illegal.

CO: Was kann man als Privatperson tun, um gegen die momentan völlig unsinnigen Gesetze zu kämpfen?

HG: Das Stichwort hier ist wohl Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit. Der Druck aus der Bevölkerung auf die Politik muss steigen und was vielleicht noch wichtiger und auch realistischer ist: Ärzte und Mediziner müssen mit der Nase auf das Thema gestoßen werden. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es, wie gesagt, viele Hinweise auf die Wirksamkeit von Cannabis bei Krebs. Zieht man die vielen Fallbeispiele hinzu, ergibt sich ein ziemlich deutliches Bild. Wenn man mit Ärzten spricht, sollte man sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Kommt man denen mit einem angeblichen Wundermittel, das sie nur als „gefährliche“ Droge kennen, machen sie schnell zu. Lieber langsam und faktenbasiert argumentieren. Informieren kann man sich ja mittlerweile wunderbar auf Seiten wie eurer.

Wer mehr machen will, kann auch Lobbyorganisationen beitreten oder diese unterstützen – da gibt es mittlerweile einige. Einfach mal im Internet suchen, ob eine Interessengruppe in der Nähe aktiv ist – oder gleich selbst einen Ableger gründen.

CO: Wo siehst du den medizinischen Nutzen von Cannabis in 10 bis 20 Jahren?

HG: Schwer zu sagen. Ich hoffe, dass ich in 10 bis 20 Jahren als Leiter eine Cannbisklinik auf die „alte Zeit“ der Prohibition zurückblicken kann. Ich befürchte aber, dass es noch ein langer Weg dorthin sein wird.

CO: Wie können Betroffene dich kontaktieren?

HG: Am besten über mein Facebook-Profil. Ich muss aber dazu sagen, dass es manchmal ein paar Tage dauern kann, bis ich antworte. Ich gehe nicht von meinem Handy oder meinem Privatrechner aus online, sondern nur von bestimmten, geschützten Orten aus. Da ich viel unterwegs bin, ist das nicht täglich möglich. Es wird aber jede ernsthafte Anfrage garantiert beantwortet.

CO: Hans, vielen Dank für das Gespräch und deinen Einsatz! Wir wünschen dir weiterhin alles Gute.

HG: Danke, das kann ich nur zurückgeben. Viel Erfolg mit eurer Website, und allen Betroffenen von Herzen alles Gute und viel Gesundheit!

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