Bringen Cannabinoide Krebszellen zum platzen?

Wenn Scharlatanerie zum Forschungsgegenstand wird

Lange Zeit wurde Cannabis-Öl-Pionier Rick Simpson von der Öffentlichkeit als fahrlässiger Scharlatan bezeichnet. Bei vielen trägt er noch heute dieses Image. Doch Simpsons Beobachtungen und Behandlungen auf eigene Faust scheinen durchaus eines genauen Blickes würdig zu sein, denn was von den einen als Humbug verteufelt wird, bekommt eine wachsende Aufmerksamkeit seitens der Wissenschaft.

Es ist bereits anerkannt, dass Cannabis gegen Nebenwirkungen der Chemotherapie wirksam sein kann. Cannabinoide werden in der Palliativmedizin zum Beispiel zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Das ist nichts Neues. Und seit März 2017 ist Cannabis für Schmerzpatienten in Deutschland ohne Sondergenehmigung verordnungsfähig geworden und damit mindestens teilweise in den offiziellen medizinischen Sektor vorgedrungen. Doch kann sich die Verabreichung von Cannabis-Produkten als eigenständige Therapie neben den schulmedizinisch Etablierten als eine Hoffnung für Krebspatienten etablieren?

THC und CBD – die antimetastatischen Feinde von Tumorzellen

THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) sind zwei von über 80 Cannabinoiden aus dem weiblichen Hanf (Cannabis sativa / indica). THC wird eine antientzündliche, entkrampfende und zellschützende Wirkung zugeschrieben. CBD ist weniger psychoaktiv und weniger ergründet als THC. Besonders interessant soll die gemeinsame Wirkung der Stoffe sein. Der Forschungsgruppe um Prof. Burkhard Hinz ist es tatsächlich gelungen Tumorzellen mit Hilfe von Cannabinoiden buchstäblich zum Platzen zu bringen. Die Funktionsweise erklärt Hinz folgendermaßen:

Das Problem ist, dass Krebszellen vom Immunsystem nicht erkannt werden, sodass körpereigene Schutzmechanismen nicht zum Einsatz kommen. In Laborexperimenten zeigte sich, dass sich durch den Einsatz von Cannabinoiden auf den Tumorzellen ein Protein bildet, dass dafür sorgt, dass die Killerzellen des Immunsystems auf die Tumorzellen aufmerksam werden. Sie greifen die Tumorzelloberfläche an, zerstören sie und bringen die bösartigen Zellen quasi zum Zerplatzen. Weiter beobachteten die Rostocker Forscher eine antimetastatische Wirkung, also das Hemmen der Neubildung von Tochtergeschwülsten. Zudem konnte der Vorgang der Gefäßneubildung im Tumor nachgewiesen werden, das heißt kurz gesagt das Ende des Wachstumsprozesses.

Cannabis zur Krebsbekämpfung – worauf warten?

Das Wissen um die Wirkung von Cannabis wächst stetig. Es existieren zudem viele positive Erfahrungsberichte von Betroffenen, die vom Stoppen des Wachstums und der Ausbreitung von Krebs bis zur Heilung reichen. Rick Simpson spricht von hunderttausenden Erfolgen. Das alles zählt die Wissenschaft jedoch lediglich zu Selbstexperimenten, zu denen es weder qualitative noch quantitative Dokumentationen gibt. Auf formal-wissenschaftlicher Ebene müssen klare Beweise erbracht, Wirkungsmechanismen exakt ergründet und erklärt werden können und Behandlungserfolge reproduzierbar sein. Diese Ebene hat zumindest in Deutschland und zumindest offiziell das Niveau von Untersuchungen an Zellkulturen und tierexperimentelle Studien noch nicht überschritten, sodass man sich noch davor scheut, von gängigen Behandlungsmethoden abzurücken. Forscher und Mediziner führen weiter an, dass Krebserkrankung nicht gleich Krebserkrankung ist und perspektivisch gesehen auch parallele Behandlungsmethoden von Schul- und Naturheilverfahren in Betracht gezogen werden müssen.

Forschung und Selbstexperimente

Wenn man die Erfahrungsberichte von Patienten, Aussagen wie die von Rick Simpson und bestehende Studien betrachtet, scheint alles darauf hinzudeuten, dass es bei der Krebsbehandlung mit Cannabis um das Zusammenspiel verschiedener Cannabinoide gehen muss, was für die Verwendung von RSO (Rick Simpson Oil) spricht, in dem die Cannabinoide naturbelassen und nicht losgelöst von einander enthalten sind. Die Wissenschaft steht vor der Herausforderung, die genauen molekularen Mechanismen zu entschlüsseln und standardisierte Medikamente zu produzieren, weil sie der Auflage unterliegt, Produkte zu liefern, deren Wirkung exakt erklärbar ist. Leider haben die Untersuchungen zur Antikrebswirkung von Cannabinoiden bisher nicht das Stadium der experimentellen Forschung überschritten, so Prof. Hinz.

Die bisherigen Befunde sowie die derzeitige Auffindung einer Reihe von Cannabinoid-Vertretern ohne Rauschwirkung geben jedoch begründeten Anlass zur Hoffnung, dass diese Stoffe perspektivisch eine zusätzliche Option zur Krebstherapie darstellen könnten, die mit weniger Nebenwirkungen als die in der herkömmlichen Chemotherapie verwendeten Medikamente auskommt.

Das heißt, dass Patienten, die Hoffnungen auf eine Krebsheilung durch Cannabis hegen, sich auch in der näheren Zukunft noch an Erfahrungsberichten anderer orientieren und sich auf die Therapieform “Selbstexperiment” (sowie deren Kriminalisierung) einlassen müssen. Rick Simpson ist jedenfalls überzeugt:

Für mich ist das die einzig vernünftige Krebsbehandlung. Wenigstens ist das völlig harmlos und es tut dem Körper auf vielerlei Weise auch noch gut.

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