Interview mit Cannabisöl-Aktivist Hans Grewe Teil 1/2

Wir treffen Hans Grewe in Zandvoort aan Zee, gut 30 Kilometer von Amsterdam entfernt, im Sépareé eines kleinen Restaurants in der Innenstadt. Er begrüßt uns mit einem breiten Grinsen und der für Holland typischen Herzlichkeit. Ein bisschen schelmisch blickt er drein, vielleicht auch einfach ein wenig vorsichtig – er gibt nur selten Interviews, sagt er, und persönlich schon mal gar nicht. Da wir schon längere Zeit in Emailkontakt miteinander stehen, macht er für uns eine Ausnahme – „weil die Vertrauensbasis da ist“. Das Wort Vertrauen fällt oft im Vorgespräch. Hinter dem spitzbübischen Lächeln steckt offenbar ein Mann, dem Loyalität, Diskretion und Verlässlichkeit ziemlich wichtig sind. Als wir ihn danach fragen, verweist er auf seine Erfahrungen im Cannabusiness und erzählt Geschichten, aus denen man problemlos einen Tatort stricken könnte – vertraulich, versteht sich.

Nachdem wir ein wenig warm miteinander geworden sind, beginnen wir nach dem Essen mit dem eigentlichen Interview:

cannabis-oel.de (CO): Hans, vielen Menschen, die sich mit der Thematik Öl als Alternativtherapie gegen Krebs informiert haben, ist dein Name ja schon aus dem Internet bekannt. Für alle, die dich noch nicht kennen, stell dich doch bitte kurz vor: Wer bist du und was machst du?

Hans Grewe (HG): Allzu viel aus meinem Leben kann ich leider nicht verraten, da das, was wir machen, leider Gottes in vielen Ländern noch kriminalisiert wird. Aber was für viele interessant sein dürfte ist mein Werdegang im Bereich Cannabis. Ich war zunächst sieben Jahre lang als Plantagenbetreiber tätig und habe in der Zeit sehr viel gelernt über den Anbau und die Bedürfnisse der Pflanzen. Später, als das Thema medizinisches Cannabis langsam größer wurde, habe ich mich mit einem Labor zusammengetan, das medizinisches Cannabisöl herstellt und habe noch einmal viel über die medizinischen Eigenschaften der Pflanze gelernt: Wie sie wirkt, was man beachten muss, welche Märchen, die einem so erzählt werden, man nicht glauben sollte etc. Parallel traten immer mehr Menschen an mich heran, die meinen Rat suchten – und so wurde ich mehr oder weniger schleichend zum Patientenberater. Heute arbeite ich in meiner freien Zeit an Möglichkeiten, eine Cannabis-Klinik aufzubauen – oder zumindest die Vorarbeit zu leisten, damit es losgehen kann, wenn Cannabisöl im deutschsprachigen Raum und Holland endlich legal verwendet werden darf.

CO: Welche Intention treibt dich an, warum machst du das, was du machst?

HG: Ich möchte den Menschen eine Medizin an die Hand geben, die ihnen wirklich hilft. Ich habe zu oft gesehen, wie Patienten regelrecht kaputt gehen durch aggressive Medikamente, deren Zulassung ohne Pharmalobby nie erfolgt wäre. Medikamente, die zehn Jahre lang verkauft werden, bis sich herausstellt, dass sie nahezu wirkungslos sind – von unerwünschten Nebenwirkungen abgesehen. Ein Pharmavertreter sagte mir einmal bei einem Kneipengespräch: „Jeder Gesunde ist ein verlorener Patient.“ Er sah dabei nicht glücklich aus, aber er wurde gut bezahlt …

Was mich auch antreibt ist die Verwirklichung der Cannabis-Klinik zu erschwinglichen Preisen für Jedermann. Das ist meine Vision.

CO: Wie lange hilfst du Krebspatienten nun schon?

HG: Aktiv seit knapp vier Jahren.

CO: Kannst du uns das schönste und schlimmste Erlebnis aus dieser Zeit nennen?

HG: Das ist schwer zu sagen. Positiv in Erinnerung geblieben ist mir der Bericht von H. und der drastische Rückgang ihres Bauchspeicheldrüsenkrebses nach nur kurzer Einnahme des Öls. Was mich immer sehr freut ist, wenn man Kindern helfen kann.
Schlimm finde ich es immer wieder, wenn man jemanden verliert, dem man nicht oder erst zu spät helfen konnte. Besonders, wenn es sich um Kinder handelt, die nicht wissen, was eigentlich passiert, aber unglaublich kämpfen. Das tut weh, wenn man da den Kampf verliert.

CO: Eine Frage, die wohl die meisten Leser interessiert: Wie viele Menschen konnten sich mit „deiner“ Öltherapie wirklich vom Krebs heilen? Wie viele haben es nicht überlebt, wie sind die realistischen Heilungschancen für Krebspatienten?

HG: Theoretisch kann es jedem helfen, aber im Einzelfall lässt sich das nur sehr schwer vorhersehen. Wir haben Menschen geholfen, die austherapiert waren – wir haben aber auch Menschen verloren, deren Krankheit noch im Anfangsstadium war, weil der Krebs so aggressiv war und in kürzester Zeit förmlich explodiert ist. Ich möchte mich deshalb ungern auf Zahlen festlegen. Meiner Erfahrung nach lässt sich ganz grob sagen: Ca. 85 Prozent aller Patienten haben gut oder sehr gut auf das Öl angesprochen, das heißt sie haben eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bzw. der Gesundheit verspürt oder konnten sich mithilfe des Öls ganz vom Krebs befreien. Bei ca. 15 Prozent gab es nur schwache Verbesserungen oder in seltenen Fällen gar keine. Auch wenn viele windige Händler es gern behaupten: Das Öl ist kein Wundermittel.

CO: Aber wieso? Wie kann es sein, dass es bei einem wirkt und beim anderen nicht?

HG: Es ist eigentlich ganz einfach: Jeder Mensch ist anders – jeder Körper funktioniert anders, jede Psyche tickt anders, die Umgebungsfaktoren, die Nahrung sind bei jedem anders. Und auch die Ursachen für den Krebs können sehr unterschiedlich sein. Wir haben es also mit einer Gleichung zu tun, in die hunderttausende Faktoren mit hineinspielen. Dass das Öl trotzdem bei so vielen Menschen so zuverlässig wirkt, ist das eigentliche Wunder. Cannabis ist eine sehr potente Pflanze und wird vom Menschen schon seit Jahrtausenden genutzt, auch medizinisch. Das wäre nicht so, wenn sie nicht den meisten helfen würde. Aber eben nicht allen, aus den genannten Gründen. Vielleicht findet die Wissenschaft eines Tages eine genauere Antwort darauf – bis dahin müssen wir uns damit zufrieden geben.

CO: Wir von cannabis-oel.de kennen dich nun schon seit ein paar Jahren und haben in der Zeit großes Vertrauen aufgebaut. Mittlerweile gibt es allerdings unzählige schwarze Schafe, die versuchen, den Betroffenen das Geld aus der Tasche zu ziehen – auch unser Forum bleibt davon nicht verschont. Hast du ein paar Tipps, worauf Patienten hier achten sollten?

HG: Zu diesem Thema hat die Website HanfHeilt.net mal eine Liste mit Punkten veröffentlicht, auf die man achten sollte, wenn man vorhat, das Öl auf dem Schwarzmarkt zu kaufen. Bei mir gehen die Alarmglocken an, wenn das Öl offen in Onlineshops verkauft wird – da kann nur Abzocke oder grober Leichtsinn dahinterstecken. Oft wird Patienten angeboten, das Öl per Post zugeschickt zu bekommen. Abgesehen davon, dass Päckchen und Pakete bei Verdacht vom Zoll geöffnet und kontrolliert werden können, kauft man die Katze im Sack. Denn an wen wendest du dich, wenn etwas nicht stimmt? Auch Methoden wie tote Briefkästen, Western-Union-Überweisungen etc. sind meiner Meinung nach Warnhinweise auf unseriöse Verkäufer. Man kann nicht pauschal alle verurteilen, die so etwas versuchen, aber bei so einem heiklen Produkt würde ich als Kunde immer auf persönlichen Kontakt bestehen – Geld gegen Ware. Sonst steht man am Ende mit Placebos, CBD-Öl oder zu schwachem Öl da – sie glauben gar nicht, wie oft ich diese Geschichten von Menschen höre, die sich danach an mich wenden.

CO: Viele Patienten diskutieren immer wieder über die Preisthematik. Was ist ein guter Richtwert und wie kann man merken, ob man wirklich bekommt, was man kauft?

HG: Die Kosten belaufen sich je nach Quelle, Menge und Qualität im Schnitt auf 70 bis 90 Euro pro Gramm. Die Qualität lässt sich erst einmal über das Aussehen überprüfen: Das Öl sollte eine dunkle, eher zähflüssige Masse sein – so zäh, dass man beim Dosieren streng genommen nicht von Tropfen sprechen kann, sondern eher von Reiskörnern. Das Öl sollte frisch und angenehm riechen, mit einem Aroma von frischen Cannabis-Pflanzen – allerdings nicht so erschlagend wie das Haze aus dem Koffieshop – frisch und angenehm eben. Wenn es muffig oder moderig riecht, ist Vorsicht angesagt. Die zweite Überprüfung kann über die Wirkung erfolgen. Bei einem, spätestens bei drei Reiskörnern sollte sich bei den meisten Menschen eine spürbare Rauschwirkung einstellen. Deswegen empfehle ich auch, das Öl vor dem Schlafengehen einzunehmen, damit die Wirkung den Alltag nicht beeinträchtigt. Aber auch hier reagieren unterschiedliche Menschen sehr unterschiedlich. Die medizinische Wirkung sollte sich im Durchschnitt innerhalb von drei Monaten bemerkbar machen – einerseits durch eine gesteigerte Lebensqualität, weniger Schmerzen, mehr Appetit usw., andererseits aber auch ganz greifbar in verbesserten Blutwerten etc.

Bei alledem muss ich aber leider immer wieder relativieren: Jeder Mensch reagiert unterschiedlich und ich kann hier nur Durchschnittswerte angeben! Bei Patienten, die gut darauf ansprechen, kann der Krebs binnen Wochen auf ein Minimum zurückgegangen sein, andere haben auch nach Monaten nur kleine Erfolge zu verzeichnen. Woran das liegt, weiß niemand genau. Manche behaupten, sie hätten den Durchblick, doch das halte ich für anmaßend und unseriös. Alles, was wir wirklich in der Hand haben, sind Erfahrungswerte und einige Laborstudien an Zellen und Tieren – die aber nicht zwangsläufig 1:1 auf den Menschen übertragen werden können. Das vergessen viele. Und viele, die sechsmal am Joint gezogen haben, halten sich direkt für den Bundestrainer …

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